Befreiung aus alten Mustern
- 4. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Stunden
1. Kindheit und innere Glaubenssätze

Schon in der Kindheit entwickeln wir Schutzmechanismen, um mit schwierigen Erfahrungen umzugehen.
Diese frühen Prägungen können uns jedoch langfristig einschränken:
Ein Kind, das oft übersehen wurde, glaubt: „Ich bin unwichtig.“
Ein Kind, das viel Kritik erfahren hat, sagt sich: „Ich bin nicht gut genug.“
Ein Kind, das für seine Gefühle bestraft wurde, lernt: „Ich darf nicht verletzlich sein.“
Auch die elterliche Sprache spielt eine entscheidende Rolle.
Beispiel: Ein Kind lässt im Supermarkt eine Flasche fallen.
Die Reaktion kann unterschiedlich ausfallen:
👉 „Du bist dumm!“
👉 „Das war ungeschickt, aber das kann passieren.“
Im ersten Fall identifiziert sich das Kind mit dem Urteil.
Im zweiten Fall wird das Verhalten vom Selbst getrennt – das ist ein bedeutender Unterschied.
Merke: Du bist nicht deine Handlung.
🛠️ Praktische Übung: Glaubenssätze erkennen & umformulieren
Schreibe einen alten, begrenzenden Glaubenssatz auf.
Formuliere ihn neu und mitfühlend:
💬 „Ich bin nicht wichtig.“ → „Ich bin wertvoll.“
💬 „Ich muss perfekt sein.“ → „Ich darf Fehler machen und daran wachsen.“
💬 „Ich muss stark sein.“ → „Ich darf stark sein und mir Hilfe holen.“
💡 Tipp einer Leserin:
Nimm ein Kindheitsfoto von dir und sprich die neuen Glaubenssätze liebevoll zu deinem jüngeren Ich.
Welche Worte hättest du damals gebraucht?
2. Der Pygmalion-Effekt – Wie Erwartungen unser Selbstbild formen
Ein berühmtes Experiment von Rosenthal & Jacobson (1968) zeigt:
👨🏫 Lehrer wurden darüber informiert, dass bestimmte Kinder besonders begabt seien, obwohl sie zufällig ausgewählt wurden.
📈 Ergebnis: Diese Kinder schnitten nach einem Jahr tatsächlich besser ab.
Warum? Weil die Lehrer ihnen mehr Aufmerksamkeit, Ermutigung und Herausforderungen gaben.
Den gleichen Effekt erzielen auch negative Zuschreibungen:
❌ „Du bist nicht klug genug.“
❌ „Du bist schwierig.“
❌ „Du bist schwach.“
Ebenso kann übermäßiges Lob dazu führen, dass das Kind sich eher Aufgaben sucht, die es sowieso gut beherrscht – wenn es nur auf das Ergebnis und nicht auf Bemühung abzielt.
✅ Besser:
„Ich sehe, wie sehr du dich angestrengt hast.“
„Du bist drangeblieben, obwohl es nicht leicht war.“
Diese Art von Rückmeldung fördert ein dynamisches Selbstbild, das Wachstum erlaubt.
3. Heilung durch Gemeinschaft – Dein Erinnerungsritual
In vielen westlichen Kulturen wird Fehlverhalten beschämt oder bestraft.Bei den Himba in Südafrika ist das anders:
🧭 Wer einen Fehler macht, wird in die Mitte des Dorfes gestellt – nicht zur Bestrafung,sondern damit ihn alle an seine guten Taten erinnern.
Der Mensch ist mehr als sein Fehlverhalten.
Übung: Dein persönliches Erinnerungsritual
Wenn du zweifelst oder dich minderwertig fühlst:
Erinnere dich an eine Situation, in der du mutig warst.
Oder an eine Präsentation, die du gut gehalten hast.
Sprich mit jemandem, der dich an deine Stärken erinnert.
Tu das auch für andere. Erinnerung heilt.
4. Kognitive Defusion – Ein Selbsttest für mehr Freiheit
Wir verwechseln Gedanken oft mit der Wahrheit.
Dabei macht es einen Unterschied, ob du sagst:
❌ „Ich bin ängstlich.“ ✅ „Ein Teil von mir fühlt sich ängstlich.“
Diese Umformulierung schafft inneren Raum. Du bist mehr als dein Gefühl.
Weitere Beispiele:
❌ „Ich bin nicht gut genug.“✅ „Ich habe den Gedanken, dass ich nicht gut genug bin.“
❌ „Ich bin krank.“✅ „Ich fühle mich gerade krank.“
🎤 Sprich den neuen Satz laut aus – spürst du den Unterschied?
5. Fazit: Dein Selbstbild ist veränderbar
Du bist nicht deine Vergangenheit.
Nicht deine Angst. Nicht dein Schmerz.
Nicht deine Fehler.
Vielleicht hast du dich lange mit einer Rolle identifiziert:
die Unsichere
der Kranke
die Chaotische
Aber Identität ist nichts Starres.
Sie ist veränderbar – durch Gedanken, durch Entscheidungen, durch Erfahrung.
✨Heute hast du eine Wahl:
Willst du die alte Geschichte weiterschreiben?
Oder beginnst du eine neue – eine, die dich wachsen lässt?
Du bist nicht dein Schmerz. Du bist ein Mensch in Entwicklung. Und mit jedem bewussten Schritt wirst du freier.
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